Thalyz Franziska

Die Franziska stellt eine besondere Form eines Wurfbeils dar. Durch ihren charakteristischen Schwung am Blattrücken, konnte eine besonders hohe Durchschlagskraft erziehlt werden, was auch bei der Jagd sehr geschätzt wurde.

Zahlreiche Grabfunde lassen darauf schließen, dass die Franziska eine verbreitete Bewaffnung in der Merowinger Zeit darstellte. Vorgängermodelle wurden schon von den Römern angefertigt und verwendet.

Heute ist die Franziska durch ihre ''flinke'' Form und ihr geringes Gewicht geschätzt. Sie kann bequem auf Trekkingtouren mitgenommen werden und erfüllt viele leichte Arbeiten sehr zuverlässig.

Fertigung

Mit einem Meißel wird das zukünftige Axtauge erst durchstoßen. Dann folgen 3 immer größer werdende Dorne die in das entstandene Loch getrieben werden. Bei jedem Dorn wir das Material um das Auge bearbeitet und gestreckt. Dieser Arbeitsschritt wird solange wiederholt bis der hintere Bereich der Axt fertig ist.

Nun folgt das '' Aufmeißeln '' der Schneide. Es wird mit einem scharfem Meißel die Vorderseite des Rohlings in der Mitte aufgetrennt und aufgefaltet. Ein Keil aus Werkzeugstahl wird nun eingesetzt.

Durch zusammenhämmern der beiden aufgefächerten Seiten, sitzt der Werkzeugstahl fest in der Mitte des Rohlings.

Es folgt das verschweißen der beiden Einzelteile im Feuer. Dafür wird der Bereich der Schneide mit Borax bestreut und auf ca. 1250 Grad erhitzt. Sobald die ersten Funken im Feuer zu sehen sind, werden mit kräftigen Schlägen die beiden Stähle zusammengeschmiedet.

Dies wir nocheinmal wiederholt um Fehlstellen in der Schweißung auszuschließen.

 

Wenn die Schneide Ihre fertige Form besitzt, wird die Schneidfaße grob vorgeschliffen. Die Axt wird an der Schneide erneut auf eine Temperatur von 850 Grad gebracht und anschließend im Ölbad abgeschreckt. Die Axtschneide ist nun Hart. Wir nenen diese Härte Glashärte.

Um diese sehr empfindliche Struktur wieder zu entspannen, legen wir die Axt mit der Schneide auf einen glühenden Stahlblock. Dieser gibt seine Wärme langsam an das Axtblatt ab und entspannt es.

Um diese '' Anlasswärme'' möglichst lange in der Schneide zu halten, bedecken wir die warme Axt mit Kohlenstaub.

 

Ist die Axt nach ca. 1 Std. komplett abgekühlt, beginnenen wir mit den Schleifarbeiten. Zuerst wird mit einem Schleifband der Körnung K60 vorgeschliffen. Dann folgen Körnungen von K100 und K300.

Der Schliffwinkel wird bei dieser Axt sehr flach ausgeführt, so erhöt sich die Schneidleistung.

Mit Schleifpaste und Baumwollscheibe wird die Klinge nun abgezogen und erhält so ihren feinen Glanz und ihre Schärfe. Ein Gemisch aus Leinölfirnis und Alkohol wir auf die konplette Axt aufgebracht und schützt das undbehandelte Metall vor Rost.

 

Für unsere Axtstiele verwenden wir Holz der Rotulme. Dieses Holz ist durch seinen glasfaser ähnlichen Aufbau das wahrscheinlich beste Stielholz der Welt.

Aus einem Holzblock wird mit der Bandsäge zuerst die grobe Form ausgeschnitten. Der Rohling wird an der Hobelbank mit sogenannten Bankhaken eingespannt und mit dem Ziehmesser weiter in Form gebracht. Mit einer Ziehklinge wird die Oberfläche geglättet und mit Sandpapier noch verfeinert. Für das Finish verwenden wir zuerst eine Mischung aus Leinölfirnis und Alkohol, dann folgt eine Bienenwachsschicht, die die Holzporen versiegelt.

 

Der Stiel wird nun mit dem Axtkopf zusammengepresst und mit einem Holzkeil und Leim fixiert.Wir verwenden absichtlich keine Stahlkeile, da diese ein Nachziehen des Stiels unmöglich machen.

Die Axt erhält zudem einen Lederschutz aus 4mm starkem Rindsleder.

aus der Merowingerzeit

 

Gesamtlänge: 500 mm

Stiellänge: 460 mm

Axtkopfhöhe: 30 mm

Schneidenlänge:90 mm

Anschliff: leicht ballig

Gesamtgewicht: 700gr.

€ 426 inkl.Mwst